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Longieren: Beschäftigung, Distanz-Kontrolle & Bindungs-Intensivierung

Das Longiertraining ist nicht nur für viele Hunde ein lustiges Spiel und ein prima Konditionsaufbau, sondern es hilft beim Aufbau der Bindung und der Kontrolle auf Distanz.

Das Endziel des Lernprozesses für Hund und Halter beim Longieren ist das dirigieren des freilaufenden Hundes um den Kreis herum mit ganz wenigen verbalen Kommandos und eindeutiger Körpersprache. Der Hund läuft jedoch nicht einfach nur stupide um den Longierkreis herum, sondern er muss aufmerksam und konzentriert auf seinen Hundeführer achten, um dessen Kommandos mitzubekommen. Dadurch wir die Bindung zum Hund intensiviert und es wird auch im Alltag leichter, den Hund auf Distanz zu kontrollieren und ihm dadurch viel mehr Freiheiten geben zu können.


Wie beginnt man mit dem Longieren des Hundes?

Der Hund wird anfangs an einer Leine außen um einen Longierkreis von mindestens 10 Metern Durchmesser herum geführt, der Hundeführer geht innen im Longierkreis. Zum Aufbau des Kreises eignet sich beispielsweise gut ein paar Bodenstangen und ein Flatterband.


Versucht der Hund in den Longierkreis zu gehen, wird er - je nach Temperament des Hundes - mehr oder weniger eindeutig des Kreises verwiesen (bei schüchternen Hunden reicht eventuell ein leichtes "raus" mir rausführen, temperamentvollere Hunde benötigen meist ein deutlicheres Kommando eventuell auch ein leichtes (!) hinausrempeln). Mit dem Kommando "Lauf oder go" geht man ohne auf den Hund zu achten, mit der Leine in der Hand mit aufrechtem Gang innen am Kreis entlang. Such der Hund von sich aus Blickkontakt, wird er sofort (!) verbal oder mit kleinen schnellkaubaren Leckerchenstückchen belohnt. Der Hundeführer geht die ganze Zeit weiter, auch beim Belohnen, nicht stehenbleiben. Die ersten Übungseinheiten sind vor allem auch für den Hundehalter eine echte Herausforderung: Richtig führen, punktgenau belohnen, Kreisbetreten unterbinden, nicht stehenbleiben..... das ist theoretisch einfach aber in der Praxis ist das wirklich wie Autofahren lernen.... Übung macht den Meister! Wenn der Hund beim Longiertraining schnüffelt, hinterherhängt oder zur Seite ausbricht, wird er mit sanfter Stimme oder einen leichten Zuppeln an der Leine korrigiert (niemals einen harten Leinenruck). Wenige Runden genügen, dann wird pausiert (das ist auch körperlich anstrengender, als es aussieht, ihr werdet es sehen ;-) Nie den Hund überfordern, pausieren, wenn es beiden noch spaß macht, um die Spannung und den Spaß zu erhalten.


Fortgeschrittene Anfänger beim Longiertraining

Läuft der Hund beim Longiertraining aufmerksam und ablenkungsfrei an der Leine außen am Kreis mit uns mit (das kann unter umständen mehrere Tage Übung bedingen), kann der Hundeführer anfangen etwas weiter innen im Kreis zu laufen. So, nun hat man oft das Problem, dass die Hunde dann auf einmal wieder anfangen, in den Longierkreis zu laufen. Man sollte nach und nach testen, wie weit man sich nach innen bewegen kann, ohne dass der Hund anfängt uns folgen zu wollen. Über mehrere Trainingseinheiten wird versucht, immer mehr und mehr ins Kreisinnere zu kommen. Nun kann man auch beginnen, Wendungen einzubauen, spricht eine Kehrtwendung zu machen und mit dem Hund zusammen in der anderen Richtung lang den Kreis zu umrunden. Variationen Schrittgeschwindigkeit: mal betont langsam gehen ein paar Schritte gehen. Jede neue Übung ist aber auch eine neue Herausforderung für den Hund , so dass man verstärkt bei neuen Übungen wieder aufmerksames Verhalten loben und Unaufmerksamkeit oder Reinprellen in den Kreis unterbinden muss.


Fortgeschrittene beim Longiertraining

Hat man es geschafft, mit der Leine in der Hand in der Mitte des Longierkreises zu stehen und der Hund läuft problemlos aufmerksam außen um den Kreis herum, kann man anfangen das Longieren auch ohne Leine zu trainieren. Jetzt zahlen sich die anfangs eingeübten Kommandos und die Körpersprache aus. Läuft der Hund dann auch ohne Leine aufmerksam um den Longierkreis, dann baut man nach und nach Standardkommandos (Sitz, Platz, Steh), Kehrtwendungen oder kleine Hindernisse am Kreis ein. Man kann seinem Hund auch z.B. einen Dummy aus dem Kreis rauswerfen. Achtung: der Hund muss beim Zurückbringen außen am Kreis warten, bis der Hundeführer den Dummy holen kommt (Tabuzone).


Ist man sich nicht ganz sicher, wie man das Longiern aufbaut, sollte man vielleicht vorab ein Seminar absolvieren. Wir haben das getan und hatten sehr viel bei den Referenten Beate und Lothar Schäfer gelernt und eine Menge Spaß dabei gehabt. An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön für das tolle Wochenende! Leider war der Wettergott am Samstag gegen uns. Es war sehr kalt und regnerisch, dafür hatte er am Sonntag ein Einsehen mit uns und schicke uns ein paar Sonnenstrahlen:-)

Hier ein Video vom ersten Seminartag (27.03.2010):



Am zweiten Seminartag (28.03.2010) hatten wir den Richtungswechsel, mehrere Distanzelemente und Tempowechsel trainiert. Das hat sehr gut geklappt, hier der Beweis:


Wir werden weiter üben und trainieren, denn es macht allen sehr viel Spaß:-))


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