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Generelle Fragen

Welches sind die Ahnen der ACD?


Weil es beinahe keine Dokumente aus der frühen Siedlerzeit gibt, ranken sich die Mythen. Und die Experten sind beinahe so verbissen wie ihre Hunde, jeder glaubt und verteidigt seine Theorie.
Der Dingo, der Drover Dog (eine Art Collie aus Nordengland) und der Kelpie gelten als bestätigte Ahnen.
Der Dalmatiner wird heutzutage eher in Frage gestellt.
Generell ist zu sagen, dass frühere Siedler nur auf Arbeitsleistung züchteten, und die Rassen damals auch anders ausgesehen haben als heute!

Abbildung: Kelpie -

Warum sieht man in Amerika ACDs mit Stummelrute?

In ländlichen Gebieten wird diese Unsitte auch heute noch praktiziert. Schöne Ruten werden coupiert, völlig unverständlich, wenn man beobachtet wie viel die Rute als Steuer eingesetzt wird.
Der Amerikanische Kennel Club „AKC" versucht viel Aufklärungsarbeit zu leisten.... aber leider eher erfolglos.

Gibt es ACD mit einer natürlichen Stummelrute?

Ja, das gibt es, den Australian Stumpy Tail (Stummelrute) Cattle Dog (ASTCD).Eine eigene (seit 2005) von der FCI anerkannte Rasse (eine genauere Beschreibung der ASTCD finden sie in dem Buch von Frau Holderegger-Walser).

Worin besteht der Hauptunterschied vom ACD zum Stumpy?
Der blaue Stumpy hat keine Lohflecken (sollte keine Kelpie-Ahnen haben).
Der Stumpy ist leichter gebaut – so wie die ACD früher – und er ist eher quadratisch (ACD 9 x 10)

Grand Ch. Ambajaye High Tail It "Legend" ist ein sehr typischer ASTCD

Foto: P. May, Best in Group an der ROYAL SYDNEY 2007!

Besitzer: Bernadette Merchant

Abbildung: Typischer ASTCD - Grand. Ch. Ambajaye High Tail it "Legend"

Was ist ein McNiven-Cattle-Dog?

Der australische Tierarzt und Züchter Dr. McNiven war der Überzeugung, dass immer wieder mal Dingo in den ACD gekreuzt werden muss.
McNiven wurde aus dem AKC (Australischer-Kennel-Club) verwiesen, und seine Hunde bekamen keine anerkannten FCI-Papiere.
Viele Stammhunde in Amerika stammen von der McNiven-Linie ab. Sie wurden anfangs der 60iger Jahre hauptsächlich nach Kalifornien importiert. Erst nach Gründung des ACDCA (ACD Club Amerika) bemerkten die Amerikaner, dass die Papiere ihrer Stammhunde vom AKC (American Kennel Club) nicht anerkannt wurden.
Anschließend ist die ACD-Zucht in USA mit Australischen-Kennel-Club anerkannten Hunden aufgebaut worden.
McNiven-Abkömmlinge findet man immer noch auf amerikanischen Farmen.

Worin besteht der Unterschied...

...zwischen einem Aussie (Australian Sheperd) und einem Australian Cattle Dog?

Die beiden Rassen haben - außer dass beide Hütehunde sind - nichts miteinander gemeinsam.
Der Aussie ist ein kein Australier. Der Name ist irreführend! Baskische Schäfer die teilweise via Australien nach Amerika eingewandert waren, haben in Kalifornien mit ihren Hunden importierte australische Schafe gehütet... daher der Name. Der Aussi ist eine in Amerika entwickelte Hunderasse.

Gesundheit/Erbkrankheiten

Gibt es Erbkrankheiten bei den Cattle Dogs?

Ja, wie bei allen Lebewesen gibt es genetisch bedingte Krankheiten. Und sie kommen in allen Linien vor. Werden Sie misstrauisch, wenn ein Züchter erzählt, er kenne keine Probleme!
Der ACD ist aber generell ein robuster und langlebiger Hund.

Welches sind die schlimmsten Krankheiten beim ACD?

Die Augenkrankheit prcd-PRA kann im letzten Lebensdrittel zur vollständigen Erblindung führen.
Glücklicherweise gibt es nun den Optigen-Test.
Werden die getesteten Hunde richtig verpaart, werden keine kranken Welpen mehr geboren.

Die Taubheit kommt auch vor, wie bei den meisten Tieren mit weißer Fellfarbe (der ACD kommt weiß zur Welt).
Das Vererbungsmuster ist noch nicht entschlüsselt, doch die Fachleute sind der Überzeugung, dass unter anderem fehlende Melanozyten (Farbpigmentzellen) im Innenohr den Schaden verursachen.

Gibt es noch andere Probleme?

Ja, vereinzelt zu kurze Unterkiefer (seltener zu kurze Oberkiefer) und Knickruten.
Die Hüftdysplasie ist klinisch kaum ein Thema beim ACD, es empfiehlt sich aber, Welpen aus getesteten und offiziell ausgewerteten Verbindungen zu kaufen.

Epilepsie, Von Willebrand-Krankheit (McNiven-Linien ausgenommen, die haben keine FCI Papiere), Patella Luxation, Katarakte und Spondylose sind glücklicherweise selten.

Pflege

Ist die Fellpflege aufwändig?

Nein, einmal pro Woche Pflege mit der Bürste, bei Fellwechsel täglich.

Verlieren die Cattle Dogs viele Haare?

Intakte Hunde werfen ihr Fell zweimal im Jahr. Dies dann richtig, der Staubsauger läuft auf Hochtouren:-)
Das Fell der kastrierten Tiere verändert sich normalerweise. Es wird tendenziell „wolliger" und diese Tiere verlieren zusätzlich zum Fellwechsel das ganze Jahr über Haare.

Was haben ACD für eine Ausdünstung?

Der Cattle Dog hat generell eine sehr dezente Ausdünstung (im Gegensatz zu z.B. Wasserhunden).
Allerdings kann er unangenehm riechen im Sommer (nach alten Käsesocken). dies aber nur wenn er oft schwimmt.
Sind die Hunde viel im Wasser, sollten sie ab und zu mit einem Spezialshampoo gebadet werden.

Eigenarten / Charakter

Wie sind die ACD im Wesen?

Cattle Dogs sind intelligente und temperamentvolle Hunde, die alles etwas extremer als andere Rassen ausleben.
Sie sind humorvoll und originell. Sie sind total auf Frauchen oder Herrchen und die Familie fixiert und sie interessieren sich im Normalfall nicht groß für fremde Leute.

Sind ACD gute Wächter?

Ja, sehr sogar. Das liegt ihnen im Blut. Viele Hunde sind sehr misstrauisch gegenüber Fremden. Und sie verstehen absolut keinen Spaß, wenn sie befürchten ihre Menschen und ihr Besitz sei in Gefahr!

Kann dieses territoriale Verhalten zu Problemen...

...führen?

Ja. Der ACD muss schon als Welpe gut sozialisiert werden und früh in Kontakt mit vielen verschiedenen und lieben Menschen kommen.

Kann ein ACD in einer Familie mit Kindern...

...gehalten werden?

Sind die Kinder vor dem Hund da, ist das meistens kein Problem, und der ACD entwickelt sich zum liebevollen Beschützer der Kleinen. Allerdings müssen Welpe und Kinder gewisse Regeln einhalten. Lassen sie nie Kinder unbeaufsichtigt mit einem Hund. Auch Kinder müssen erzogen werden und der Hund soll einen Ruheplatz haben, der absolut tabu ist für die Kinder.

Ist der Hund vor dem Baby da, kann er sehr eifersüchtig reagieren. Viele ACD sind sehr rangbewusst, und Veränderungen muss man sorgfältig angehen (informieren Sie sich mit Fachliteratur wenn Sie ein Baby planen).

Brauche ich eine Kuh- oder Schafherde?

Nein! Der Cattle Dog gehört zu den Treib- und Hütehunden, doch ist er auch glücklich, wenn er mit seinem Rudel ausgiebige Spaziergänge macht, bei denen die Frisbeescheibe oder der Lieblingsball geworfen wird.

Ist der ACD geeignet für Hundesport?

Ja, sehr sogar. Er will alles gut machen, er ist sehr sportlich und wendig und er ist überdurchschnittlich clever (was ihn nicht unbedingt zu einem einfachen Teamkollegen macht).

ACDs findet man in diversen Hundesportarten, wie z.B. Schutzhundesport, Obedience, Rettungshunde, Treibball, Agility, THS, Frisbee, u.s.w.!

Abbildung: Oakhill Valley Chaos - Chaos beim Schutzdienst

Was hat der ACD für Eigenarten im Sport?

Die meisten Cattle Dogs lernen sehr schnell. Stumpfsinnige Wiederholungen hinterfragen sie, und boykottieren diese dann auch meistens. Am glücklichsten ist der ACD, wenn er sofort bestätigt wird und er viele abwechslungsreiche Übungen machen darf.

Ich möchte gerne an der Spitze im Hundesport...

...laufen, ist das möglich mit einem ACD?

Theoretisch schon, allerdings kenne ich viele ACD die einen Befehl auf eine eigene humorvolle Art und Weise auslegen können. Der ACD ist nicht der Arbeiter, der sich lange auf stumpfsinnige Übungen konzentriert, er möchte Spaß an und bei der Arbeit haben!

Wie sieht der ideale ACD-Besitzer aus?

Sie oder er ist sportlich, souverän, intelligent, selbstsicher, hundeerfahren mit einer grossen Portion Humor und guten Nerven :-)
Auch sollte dieser Mensch genügend Zeit für seinen anhänglichen Begleiter haben!


Auszüge mit freundlicher Genehmigung von Frau Holderegger-Walser
Vielen Dank Evi!



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